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Der Regen trommelt seit einigen Tagen unermüdlich auf die Straße. Ich sitze hinter dem Fenster, sehe hinaus, und lasse mein Gemüt in tiefe Melancholie, ob der grauen Tristheit da draußen, versinken.

Ein Seufzen…eine Zigarette…ein Kaffee…wieder ein Seufzen…hmmm. Noch soooo lange bis zum ersehnten Telefonat….Der Griff zum Telefon wird Hilfe bringen. Bereit. Es tutet. Jaaaa…am anderen Ende, die Stimme meiner Vernunft: der Pfefferminzdrops. Wir sprechen über Gott und die Welt, Primaten, Spinnennetze, Liebe und Leid. Amüsieren uns gar köstlich über die ein oder andere Anekdote, aus diversen Kollisionen. (Dazu später mehr). Und im Amüsement erschlägt mich der Gedanke, dass eben dieser geschätzte Pfefferminzdrops, nicht nur mich, sondern auch den Rest der Welt mit scharfer Weitsicht und unentdeckten Gedankenknoten, aber auch manch seltsam anmutenden Blödfug erheitern könnte.

Gesagt getan. Der Pfefferminzdrops kollidiert mit Gedankenblut….

"Wusstest Du ürigens, dass es mittlerweile Pfefferminzmilchshakes gibt? "Die Gänsehaut die sich in diesem Moment über meine Zunge zog, lässt die Gedanken zur verbalen Kollision auf den nächsten Tag verschieben. In sanfter Euphorie schweifen meine Gedanken ab. Weit weg von Milchshakes und Pfefferminzdrops…. "Du, ich mach erstmal Schluß, ich wollte ja noch jemanden gaaaaaaaaaaanz wichtiges anrufen." Ein deutlich zu vernehmendes Schmunzeln am anderen Ende.

Das darauf folgende Telefonat ließ den Regentag plötzlich nicht mehr so regnerisch erscheinen. Und obwohl mittlerweile die Dunkelheit über den Straßen lag, machte sich eine gewisse Euphorie breit. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht entschwinde ich in die Nacht.

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Der große Held hat den Mut verloren. Und SIE weiß jetzt schon, dass er die Schuld bei seinem Gegenüber sucht. SIE sieht das Bild vor sich, wie er sich echauffiert. "Wie kann SIE DAS nur mit mir machen!"

In seiner puren männlichen Eitelkeit gekränkt wird der Griff zum männlichsten Getränk: dem Gerstensaft zum Trost. Und nach einiger Zeit der Frustation, dem Rauschen im Kopf, wird der Bogen gespannt…. "Wer glaubt SIE eigentlich, ist SIE?" Er nimmt seine Jacke und geht hinaus in die Nacht. Der kalte Regen kriecht in ihn hinein. Die Schultern angezogen, den Kopf gebeugt, betritt der große Held die nächste Wirtschaft, lässt den Blick schweifen, erblickt eine neue SIE….der Kopf wird plötzlich aufrecht, die Schultern entspannen sich….er bestellt sich ein berauschendes Getränk und nimmt Platz.


SIE…erneute Faszination…Begehren…ein erster Blick…ein erstes Gespräch…


Später zu Nacht sieht man beide gemeinsam gehen…der große Held und SIE….Der Begleiter und Beschützer in dieser dunklen, kalten Nacht. Sie endet im Morgengrauen auf seinem Laken. SIE und der große Held…Der große Held und SIE…

Er erwacht allein. SIE ist nicht mehr da. Er sinkt in sich zusammen. Da sitzt er nun, allein…und hat den Mut verloren…

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1:15 Uhr. Die Zigarette in der Hand, die Kaffeetasse umklammernd, streife ich durch die virtuelle Welt. Die ein oder andere Seiten in meinen Favoriten lässt meine Gedanken kurzzeitig zu vergangenen Geschehnissen springen. Wild die Seiten wechselnd, zucken die Impulse durch meine Nervenbahnen-oh…ich denke nach.

Mir ist kalt. Den häßlichsten alten Pullover (Hauptsache das Ding ist schwarz), den ich finden konnte, um mich geschlungen…versuche ich die Geistesblitze mit Heavy Metal zu erschlagen. Sepultura mit etlichen Dezibel durch den Schädel dröhnend, kann ich mich trotzdem nicht dazu hinreißen lassen, einfach mal nicht zu denken. Bilder ziehen durch meinen Kopf, wecken Emotionen.

Verdammt mir ist immer noch kalt.

Bilder…Bilder…Erinnerungen…

Ein Grinsen huscht mir durchs Gesicht: die Hühnerbeine und die Katzen gegen die GEZ-Terroristen fielen mir gerade wieder ein. Jaja…Knochenorakel..

Koffein…ich brauch Koffein..und Schlaf…die virtuelle Welt erschlägt mich mit bunten Träumen… Kaufen, Balzen, wieder Kaufen, Fortpflanzung, Manipulieren…und die surrealen Gesichter grinsen tot von diesen Seiten. Manchmal betritt solch ein surreales Ding die Realität…ungefragt..Einige von diesen schleichen sich an, höflich und freundlich. Sie schnurren um das Ego, schmeicheln und säuseln. Dann kommt die Metamorphose…das vorgetäuschte Wesen wird blass und die reale Gestalt tritt hervor. Klebrig wie Sonnentau, umschlingend, Luft raubend. Dann beginnt es zu fressen. Jegliches positives Gefühl wird aufgelöst und verdaut. Zurück bleibt die Hülle, die nur noch flüchten will…strampelnd…um sich schlagend…

Ausschalten…Runterfahren…Wegknipsen…ich sollte mich entspannen. Ein Blick in meine Filmkiste hilft sofort: ein Splatter zur Nacht. Na wenigstens Träume ich dann nichts Böses….

Noch eine Zigarette…den blauen Qualm in seinem Tanz beobachtend begrüße ich den neuen Tag zum Schlaf.