Archive for Juni, 2012

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Immer wieder kehrende Ängste lähmen meine Gedanken, nehmen mir jegliche Objektivität. Getrieben von Rastlosigkeit streift mein Geist durch die Nacht. Nimmt mir den erholsamen Schlaf. Kurze Momente des wunderbaren, neuen, unbekannten Wohlgefühls werden durch Zweifel zerstört…in Frage gestellt. Die Schatten der Vergangenheit sind präsent. Ständig..zu jeder Zeit. Mal unbemerkt und leise zischend. Dann wieder laut und brüllend. Ich weiß nicht warum sie da sind. Warum sie wiedergekommen sind. Ich weiß nicht, wie ich sie vertreiben kann und ob ich sie überhaupt vertreiben kann. Die Hoffnung ist da. Jeden Tag. Nur konnte Hoffnung allein noch nie etwas bewegen. Und immer wieder Gedanken… wie ein Blitz schießen sie aus dem Nichts kommend in meinen Kopf. 

Der Showdown …

mal wieder…

Und plötzlich macht sich die Metamorphose bemerkbar. Der anfängliche Schmerz über das wahrgenommene Ende wandelt sich blitzartig zur Wut und entläd sich dementsprechend explosiv. Dann kommt die Scham. Die Peinlichkeit der Situation lässt den grollenden Riesen zum kleinen Kind mutieren. Scheinbar schutzlos. Das alles war in seinem Ablauf bekannt…doch nicht in diesem Tempo. Was sich vormals endlos lang und schmerzlich leidend dahinzog, verläuft nun in einem nie dagewesenen Lauf. Tosend und gischtschäumend stürzt dieser Fluss der Emotionen ins Tal. Um wider Erwarten in einem klaren, friedlichen See zu münden. Die Fassungslosigkeit der Situation weicht einem Frieden. Einer Wurzel gleich, die sich ins Erdreich gräbt, um zu halten und Nahrung zu spenden, wächst dieser Frieden. Und es passiert, was nicht möglich schien. Ein Schössling wächst auf dem kargen Grund, der scheinbar nur Geröll bot.


In tiefer Dankbarkeit, dem, dem sicherlich noch nicht einmal bewusst ist, welche Felsmassen er in Bewegung versetzt hat.

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von Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin Link zum Original: (klick hier)

Ich hätte es nicht treffender beschreiben können…

 

Jeder Mensch benötigt Vertrauen – Vertrauen in sich, andere und die Welt. Wenn wir Angst haben, zu vertrauen, leiden wir häufig auch noch unter anderen Ängsten: etwa unter Versagensangst, Angst vor Nähe, Angst vor engen Bindungen oder sozialen Ängsten. Wir haben Angst, uns auf einen Partner einzulassen oder Freundschaften zu schließen. Beruflich können wir uns möglicherweise nicht unseren Fähigkeiten entsprechend entfalten, weil wir uns nichts oder zu wenig zutrauen. Wir wenden uns von anderen Menschen ab und werden zu Einzelgängern und Eigenbrödlern. Oder aber wir schrecken andere durch Arroganz oder Sarkasmus ab, damit diese uns nicht zu nahe kommen und uns verletzen. Ja, vielleicht entwickeln wir einen Kontrollzwang, um mit unserer Angst umzugehen. Zwänge sind nämlich immer Ausdruck einer Angst und der Unfähigkeit, mit der Angst angemessen umzugehen.

Warum haben wir Angst, zu vertrauen?

Unser Urvertrauen entsteht in unserer Kindheit. Die ersten Lebensjahre bestimmen maßgeblich, welche Einstellungen wir uns, anderen und der Welt gegenüber entwickeln. Indem unsere Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen uns liebevoll umsorgen und da sind, wenn wir Zuwendung, Geborgenheit, Trost oder Ermutigung benötigen, legen sie die Grundlage für unser Vertrauen in andere und unser Selbstvertrauen – unsere innere Sicherheit.

Selbstvertrauen entwickeln wir, wenn unsere Eltern uns schrittweise an neue Aufgaben heranführen und uns dabei ermutigen und loben. Umgekehrt führen Lieblosigkeit, persönliche und verletzende Kritik, Nichtbeachtung und Vernachlässigung dazu, dass wir lernen, an uns zu zweifeln. Wir entwickeln die Einstellung: „Ich bin nicht liebenswert, nicht in Ordnung.“

Und dann spielen natürlich auch Erfahrungen, die wir in der Schule und in der Pubertät machen eine Rolle beim Aufbau unseres Selbstwertgefühls. Wurden wir in der Schule gemobbt oder gehänselt und konnten uns nicht wehren, dann hat unser Selbstwertgefühl unter diesen Erfahrungen gelitten.

Und schließlich können traumatische Erfahrungen, wie ein sexueller Missbrauch oder sehr schmerzliche Enttäuschungen und Kränkungen, unser Vertrauen in andere zerstören. Die Folge davon ist, dass wir als Schutz vor dem Verletztwerden niemanden mehr an uns heran lassen, weil wir hoffen: „Wenn ich niemanden vertraue, kann ich auch nicht enttäuscht werden.“

Wie vertrauen lernen und die Angst, zu vertrauen, überwinden?

Die Angst, zu vertrauen, entsteht in unserem Kopf. D.h., wenn wir diese Angst überwinden möchten, dann müssen wir an unseren Gedanken ansetzen.

Wenn wir schwer enttäuscht und betrogen wurden, wenn unser Vertrauen missbraucht wurde, dann haben wir die Einstellung entwickelt, dass wir anderen nicht trauen können und dass es zu schmerzhaft ist, enttäuscht zu werden. Diese Einstellung gilt es zu korrigieren.

TIPP 1: Zu vertrauen ist eine Entscheidung, die wir treffen. Verständlich, dass wir uns schwer tun, wieder zu vertrauen, wenn wir mal enttäuscht wurden. Und es ist auch verständlich, dass wir unser Vertrauen nicht wie einen Lichtschalter an und ausschalten können. Wieder Vertrauen kann man nicht erzwingen. Das Vertrauen muss erst wieder langsam wachsen. Das braucht Zeit. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass wir uns zuerst bewusst dafür entscheiden, wieder vertrauen zu wollen.

Wann immer wir uns für einen Menschen öffnen, gehen wir das Risiko ein, enttäuscht, verletzt, abgelehnt, betrogen oder verlassen zu werden. Niemand kann uns eine Garantie geben, dass unser Vertrauen belohnt und wir nicht enttäuscht werden. Andererseits gibt es aber auch keine Garantie dafür, dass es immer schlecht laufen muss. Warum sollten wir der einzige gute Mensch auf der Welt sein? D.h. das Risiko, enttäuscht zu werden, ist immer vorhanden, aber die Chance, dass unser Vertrauen belohnt wird, ebenso.

TIPP 2: Neben der bewussten Entscheidung, wieder vertrauen zu wollen, benötigen wir aber auch das Vertrauen in uns, mit Enttäuschungen umgehen zu können. Vertrauen ist immer Ausdruck von innerer Stärke. Oder wie es Mahatma Gandhi einmal ausdrückte: Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.

Die Frage ist also, was können wir tun, um uns innerlich zu stärken und weniger verletzbar zu sein? Um gegen Kränkungen und Verletzungen mehr immun zu sein, müssen wir an uns arbeiten. Wir müssen z.B. lernen, nicht alles persönlich zu nehmen, indem wir lernen, unser Selbstvertrauen, d.h. das Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten, zu stärken.

Nur wenn wir über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen, können wir auch anderen vertrauen. Und wir müssen unser Selbstwertgefühl stärken und lernen, uns mehr anzunehmen. Je weniger wir uns nämlich für liebenswert halten, umso anfälliger sind wir für Kränkungen und Verletzungen.

Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, wieder Vertrauen zu fassen – nicht der anderen wegen, sondern Ihretwegen. Ihr Vertrauen in andere und Ihre Bereitschaft, sich für andere zu öffnen, können mit dem Gefühl von Liebe, Nähe, Geborgenheit, Verständnis und Unterstützung belohnt werden. Ohne Vertrauen fühlen wir uns einsam und unser Misstrauen zerfrisst unsere Seele. Haben Sie also den Mut, wieder mehr zu vertrauen, auch wenn Sie enttäuscht werden können.

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…und ich war da…