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Ein hässliches Stück Eisen – rostig lag es in einer dunklen Ecke, in die es vor Jahren achtlos getreten wurde. Die Asseln liefen darüber und Ratten berochen es bei Nacht. Lange lag es da. Unbeachtet, beiseite geschoben. Mit leisem Klappern suchte es auf sich aufmerksam zu machen. Doch längst war es vergessen. Bis zu jenem Tag. Gepackt von starker aber doch weicher Hand wurde es aus dem Dunkel gerissen, empor gehoben und betrachtet, beklopft und auf seine Stabilität hin geprüft. 

Ein Feuer wird entzündet. Beissender Rauch drängt sich in die letzte Nische des Raumes flüchtet durch die Ritzen des Mauerwerks nach draußen. Fort um Wärme und einen eigenartigen Geruch zu hinterlassen. Die Glut, als ruhiges Überbleibsel des entfachten Feuers, leuchtet in warmen Farben. Bereit das rostige Eisen formbar zu machen. Die Flammen peitschen auf, nähren das Feuer und geben die Hitze an das Eisen weiter. Rot glühend wird es dem warmen Hort entnommen. Mit schweren gezielten Schlägen aus der starken und doch weichen, präzise geführten Hand wird es sanft geformt. Der Zunder weicht vom Eisen und legt das bloße glühende Metall frei. Mit jedem Schlag weicht dieser Rest aus alten Zeiten.

Als die Sonne sich neigt und das Ende des Tages ankündigt ist das Werk getan. Die letzte Glut erlischt da sie nicht mehr genährt wird. In schwarzem Glanz steht das Eisen da. Geschwungen und gedreht, filigran und doch so standhaft und unzerbrechlich. Schwer und doch so leicht wirkend…  Die Metamorphose in der Glut hat dem tristen, rostigen Grau Leben eingehaucht. Hat es zu Etwas werden lassen, was nicht vorstellbar war, als es noch von Spinnen umwebt war….

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Ein Mensch…nur ein Wesen aus Fleisch und Blut…tritt in ein Dein Leben. Nur die bloße gedankliche Anwesenheit dieses Wesens veranlasst Deinen Verstand Haken zu schlagen  und auf den Kopf zu stellen, was bisher richtig war. Du fürchtest Dich und doch genießt Du diese Querschläger in Deinem Hirn. Sie entzünden Synapsen, die tot geglaubt waren. Ein Feuerwerk der Gedanken, Ideen und Zweifel prasselt auf Dich nieder. Jeder neuer Eindruck, der seit Jahren in Dir ruhte und plötzlich wiedergekehrt ist lässt Dich zittern.

Warum zitterst Du? Hast Du Angst? Frierst Du? Dein Blutdruck sinkt und steigt. Lässt Deine Lippen fahl werden und Deine Ohren im nächsten Moment glühen. Ein Druck im Magen raubt Dir den Atem. Du freust Dich auf die Angst, um Dich letztendlich davor zu fürchten.

Die Aufregung vor dem: "Was ist wenn" erschlägt Dich mit Zweifeln. Wie kann es sein, dass Du jetzt das erhälst wovon Du Dein Leben lang geträumt hast? In so mancher Nacht hast Du Dich danach gesehnt. So manche Stunde schien leer. Und plötzlich sollte all dies der Vergangenheit angehören?

Der Pessimismus, der Dir in die Wiege gelegt wurde sticht Dich immer wieder. Er raubt Dir Dein Blut. Versucht an Dir zu zerren. Hält Dich fest. Von Krämpfen geschüttelt rollst Du Dich ein. Einem Embryo gleich suchst Du Schutz in dieser warmen weichen dunklen Höhle – Hoffnung genannt. Du beginnst Dich wohl zu fühlen. Doch die Bedrohung ist allgegenwärtig. Der Pessimismus zaubert Dir Bilder in den Kopf, Erinnerungen, die als Film aneinandergereiht, Dir vor Augen halten, wie Du aus dieser Höhle gerissen wirst. Mit brachialer Gewalt entrissen. Bis Du nackt und bloß am Boden gelegen hast.

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…überschlagen sich die Gedanken.
Die Ehrfurcht vor dem Gefühl raubt mir den Atem
Ich sehe-fühle-rieche-schmecke
nur noch dich…

Ich zauderte beim Gedanken an das "Wenn"
doch nun,
als ich es zuließ
überfällt es mich
umgarnt mich
lässt mich ruhen
spendet Wärme
läßt mich sein

Niemals hätte ich zu hoffen gewagt
dort anzukommen
wo ich jetzt zu sein scheine

Alles ist neu
und doch so vertraut
ich lege mich nieder
lass mich treiben
möchte mehr
mehr sehen
mehr fühlen
mehr riechen
mehr schmecken

Haltlos sein
alles genießend wollend
jetzt und hier

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